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Verband Region Stuttgart fördert kommunales Gemeinschaftsprojekt zur Digitalisierung im Einzelhandel


Die Digitalisierung ist eine gewaltige Chance und Herausforderung für alle Unternehmen jedweder Branche und Größe. Jedes Unternehmen braucht eine digitale Strategie – egal ob Weltmarktführer, lokaler Einzelhändler, Gastronom oder regionaler Handwerksbetrieb. Je höher der Digitalisierungsgrad, desto größer sind die Chancen auf den Geschäftserfolg.

Die Corona-Krise hat den Trend zur Digitalisierung in allen Branchen verstärkt. Im Einzelhandel ist der E-Commerce in den letzten Monaten überdurchschnittlich gewachsen und angesichts temporärer Betriebsschließungen während der Lockdown-Phasen haben viele kleine und mittlere Betriebe im Einzelhandel erkannt, dass es ohne den Einsatz von digitalen Technologien auch im stationären Handel nicht mehr geht und der Verzicht auf digitale Tools wie Webshops, Social Media-Strategien oder einem Google My Business Eintrag einem digitalen Leerstand gleichkommt.

Für kleine Händler ist die praktische Umsetzung digitaler Projekte jedoch nicht immer einfach zu bewerkstelligen. Häufig fehlen Zeit und finanzielle Ressourcen für die Transformation. Das Wissen zur Digitalisierung hat zwar zugenommen, ist nach Selbsteinschätzung vieler Einzelhändler aber immer noch etwas geringer als bei größeren Betrieben.

Die Städte Fellbach, Waiblingen, Weinstadt und Winnenden möchten die kleinen und mittleren Betriebe im Einzelhandel auf deren Weg in die Digitalisierung und damit bei der Transformation des Einzelhandels unterstützen. Aus diesem Grund haben die Kommunen das Projekt „1+1 = Erfolg – Stationären Einzelhandel durch digitale Konzepte erfolgreich und resilient machen“ entwickelt und beim Verband zur Förderung innerhalb des Programms zur Kofinanzierung von regionalen Modellprojekten und Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Tourismus eingereicht.

Der VRS hat der Waiblinger Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WTM), die das Projekt für die beteiligten Städte und Gemeinden koordiniert, am 01. Juli die Nachricht über die Förderzusage überbracht. Das auf 24 Monate angelegte Projekt wird vom Verband mit einem Betrag von 75.000 EURO gefördert. Die beteiligten Kommunen beteiligen sich mit der gleichen Summe an den Projektkosten.

Dr. Marc Funk, Geschäftsführer der WTM ist überglücklich, dass es im Schulterschluss mit den beteiligten Kommunen aus dem Rems-Murr-Kreis gelungen ist, den Verband vom Konzept zu überzeugen und spricht von einer guten Nachricht für die kleinen und mittleren Einzelhandelsbetriebe.

Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes ist eine Verzahnung von Fortbildung, Beratung, Coaching und Implementierung von Maßnahmen. Großen Wert wird dabei auf die Umsetzbarkeit erlernten Wissens und die Implementierung digitaler Instrumente in die unternehmerische Praxis gelegt. Nachdem sich dieses – aufgrund fehlender personeller Ressourcen – häufig als wesentlicher Stolperstein und Hürde für die kleineren und mittleren Unternehmen erweist, sollen Berater (sog. „Digitalmacher“) Maßnahmen, Projekte und Strategien gezielt umsetzen, um die Unternehmen in der täglichen Arbeit zu entlasten und um Prozesse schnell in Anwendung zu bringen.

Oberbürgermeister Michael Scharmann freut sich, dass die Kommunen ein Projekt auf den Weg gebracht haben an dessen Ende Handfestes und damit für die Betriebe Zählbares herauskommt. Hartmut Holzwarth, Oberbürgermeister der Stadt Winnenden: „Digitale Sichtbarkeit und Erreichbarkeit ist unverzichtbar“, daher setze die Zusammenarbeit der Städte an der richtigen Stelle an. Gabriele Zull Oberbürgermeisterin der Stadt Fellbach ist sich sicher, dass mit Hilfe der einzelnen Bausteine des Projektes der Know-How-Transfer im Bereich Digitalisierung glückt. Andreas Hesky, Oberbürgermeister der Stadt Waiblingen, dankt dem Verband Region Stuttgart, dass er dieses Förderprogramm aufgelegt hat. „Die teilnehmenden Betriebe werden davon profitieren. Gerade auch kleinere Firmen können damit auf dem digitalen Weg noch aktiver und damit stärker werden. Ich hoffe auf reges Interesse der Unternehmen.“

Freude besteht bei den Beteiligten darüber, dass mit dem Einzelhandelsverband und dem Zeitungsverlag Waiblingen mit der Digitalagentur ZVW digital zudem zwei starke Partner gewonnen werden konnten, die „unsere Betriebe auf dem Weg in die Digitalisierung begleiten“.

Mit dem Projekt richten wir den Fokus auf die betriebliche Seite stellen die Beteiligten fest. Fakt ist aber auch, dass der Kunde das Zepter in der Hand hält. Auch wenn die Digitalisierung aus dem Einzelhandel nicht mehr wegzudenken, so glauben die kommunalen Vertreter weiterhin an die Attraktivität und den Erfolg ihrer Zentren.

Die Customer Journey, also der Weg des Kunden bis zum Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung, steht heute im Mittelpunkt des Marketings für den stationären Handel ist Dr. Marc Funk überzeugt. Dieser Weg beginnt schon lange nicht mehr im Laden, sondern viel früher und an verschiedenen Ausgangspunkten, den Touch Points, betont Julian Deifel, Einzelhandelskoordinator der Stadt Fellbach. Oft sind diese Startpunkte heute digital und bieten damit hervorragende Möglichkeiten, frühzeitig mit dem Marketing zu beginnen. Timm Hettich, Winnendens Wirtschaftsförderer konstatiert: „Sichtbarkeit, Wiedererkennung und Vertrauen aufzubauen, weit vor dem eigentlichen Kauf und weit nach ihm, entscheidet heute über Wohl oder Wehe im Handel“.

Der Startschuss ist mit der Förderzusage gegeben. Als nächsten Schritt werden die Kommunen die Betriebe in ihren Städten über das Projekt und die Teilnahmemöglichkeiten informieren. Karlheinz Heinisch, Weinstadts Wirtschaftsförderer wünscht sich eine rege Beteiligung in allen Städten. Auch wenn die Teilnehmer ihren Betrieb im Fokus haben, so möchten wir die Teilnehmer miteinander vernetzen. Daher gilt: Je größer die Gruppe, umso mehr Austausch und ein höherer Lerneffekt, so Heinisch.


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