Junge Stadt in alten Mauern

"Als Weihnachten ins Wasser fiel. Remshochwasser 1919"

Sonderausstellung im Haus der Stadtgeschichte

Der Heiligabend 1919 brachte Waiblingen und dem gesamten Remstal von Schwäbisch Gmünd bis Neckarrems das schlimmste Hochwasser seit über 30 Jahren. Der Pegelhöchststand erreichte die Marke von 3,6 Metern. Damit überstieg das Hochwasser die beiden vorherigen Überflutungen von 1905 und 1912. Schlimmere Flutereignisse sind nur aus den Jahren 1817 (mit 4,6 Metern der höchste je gemessene Wasserstand), 1824 und 1827 bekannt. Winnender Straße, Lange und Kurze Straße, Badgasse, Sackgasse, Weingärtner Vorstadt – zahlreiche Straßen auch der Innenstadt waren überflutet. Tagelang hatte es zuvor geregnet, bei ungewöhnlich warmem Wetter. Insgesamt entstand ein Schaden von 160.020 Reichsmark. Die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte Waiblingen zeigt die Ereignisse in jener Dezembernacht, die Auswirkungen des Hochwassers auf Waiblingen und den Umgang mit dem Hochwasserproblem der Rems. Das Highlight der Ausstellung kommt aus dem 3-D-Drucker: Lassen Sie am interaktiven Stadtmodell selbst das Wasser steigen!

Viele Windungen, niedrige Fließgeschwindigkeit und ein flacher, sandiger Boden – so sah die Rems im 19. Jahrhundert aus. Von der Quelle nahe Aalen bis zur Mündung in den Neckar bei Neckarrems hat der Fluss eine Länge von 84 km – etwa 30 km mehr als eine direkte Verbindung beider Orte. Häufige Hochwasser waren die Folge – allein Waiblingen war bis zu achtmal jährlich betroffen. Nicht immer wurden Schäden in der Stadt verursacht, aber Anbauflächen und Vorräte vernichtet. Schon zwischen 1825 und 1828 gab es die ersten Remsdurchstiche zwischen Beinstein und Waiblingen. Weitere Remskorrektionen und der Bau von Wehren folgten. Dennoch bleibt Hochwasserschutz eine Herausforderung für das Leben an und mit der Rems.

15.11.2019 - 23.02.2020
Eintritt frei!

Eröffnet wurde die Ausstellung am 15. November 2019. Die Eröffnungsrede können Sie hier nachlesen.

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