Veranstaltungskalender
Gewitzt, gewagt, gezeichnet: Der Simplicissimus
Do bis 20:00 Uhr, montags geschlossen
Der Simplicissimus gilt als eine der bedeutendsten politisch-satirischen Wochenschriften im deutsch-sprachigen Raum
Rund 125 Jahre nach Gründung der Zeitschrift widmet sich die Galerie Stihl Waiblingen deren relevantesten Themen rund um Gesellschaft und Politik und stellt die wichtigsten Kunstschaffenden vor, die den Simplicissimus vor allem in seiner Hochphase – von der Gründung 1896 bis zum Ersten Weltkrieg – maßgeblich prägten.
Von dem Verleger Albert Langen zunächst mit literarischem Fokus gegründet, schlug der Simplicissimus in den Folgejahren große Wellen: Er kombiniert Unterhaltungsfaktor mit scharfer Kritik, leicht-frivole Alltagsgeschichten mit harter Lebensrealität. Das Zusammenspiel von großformatigen, farbigen Zeichnungen begnadeter Künstlerinnen und Künstler mit humorvollen Bildunterschriften spricht eine breite Leserschaft an und hält ihr dabei den Spiegel vor. Konkurrenzblätter wurden schnell in den Schatten gestellt.
Die oftmals harschen Themen der Zeitschrift werden durch ihr Wappentier, die bissige rote Bulldogge, verkörpert und sind äußerst vielgestaltig: Neben der Innen- und Außenpolitik des Kaiserreichs setzt sich die Zeitschrift mit gesellschaftlichen Phänomenen auseinander. Sie karikiert Machthaber genauso wie Militär und Bürgertum, bedient und hinterfragt zugleich Klischees rund um den stumpfen bayerischen Biertrinker, die Willkür der Justiz.
im Lenbachhaus und Kunstbau München um Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Hannover