Junge Stadt in alten Mauern
Altes Rathaus

Stadtgeschichte

Archäologische Bodenfunde lassen auf eine durchgehende Besiedelung seit der Zeit um 5000 vor Christus schließen. In der römischen und alemannischen Zeit entwickelte sich das Gebiet um den heutigen Waiblinger Stadtkern zu einem wirtschaftlichen, später auch politischen und kirchlichen Zentrum, wurde zum Mittelpunkt der fränkischen Reichsgutverwaltung.

Stadt Waiblingen

WN_Stadtwappen_waiblingen Im 8. Jahrhundert kam Waiblingen in den Besitz der Karolinger, später der Salier, der „Heinriche von Waiblingen“ und schließlich der Staufer. Die erste urkundliche Erwähnung fand bereits 885 durch Kaiser Karl III. statt. Im frühen 13. Jahrhundert wurde Waiblingen Württembergisch, um 1250 erfolgte die Verleihung des Stadtrechts. Das älteste erhaltene Stadtsiegel aus dem Jahr 1291 zeigt das Hauswappen der Wirtemberger, die drei übereinander liegenden Hirsch-Stangen.

Waiblingen wurde Amts- und Hofstadt und brannte 1634 während des Dreißigjährigen Kriegs gänzlich nieder. Der Wiederaufbau erfolgte im barocken Stil – deshalb ist die fast vollständig erhaltene Altstadt heute eines der Juwele der Deutschen Fachwerkstraße. Im Jahr 1962 wurde Waiblingen „Große Kreisstadt“ und damit untere Verwaltungsbehörde. Bei der Kreisreform von 1973 wurde Waiblingen die Kreisstadt des nun aus den ehemaligen Kreisen Waiblingen und Backnang gebildeten neuen Rems-Murr-Kreises.

Historische Altstadt

Die bis heute weitgehend erhalten gebliebene Altstadt Waiblingens, die aus den Jahren 1640 bis 1700 stammt, gehört zu den denkmalgeschützten, historisch wertvollen Ensembles in der Region Stuttgart. Einen direkten Nachweis zur mittelalterlichen wirtembergischen Bedeutung Waiblingens liefert die 1287 erfolgte Gegengründung von Neustadt ("Nova Civitas"), die Waiblingen schwächen sollte. Im kurz darauf folgenden Reichskrieg wurde Waiblingen 1291/93 zerstört. Die Stadt wurde 1315 wieder wirtembergisch, nachdem sie vorher der Reichsstadt Esslingen unterstellt worden war.

Sechs Jahre später, 1321, erhielt Waiblingen eine für die weitere Entwicklung der Stadt ausschlaggebende Zäsur: Die Wirtemberger zogen ihre Grablege von Weinstadt-Beutelsbach im Remstal nach Stuttgart ab und bauten Stuttgart aus. Damit verlor Waiblingen die Chance, sich als wirtembergische "Hauptstadt" zu etablieren und reihte sich als zweite Grafenstadt in die anderen wirtembergischen Gründungen ein.

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde Waiblingen, wie vergleichbare wirtembergische Städte auch, Wohn- und Alterssitz von Mitgliedern der gräflichen, später herzöglichen wirtembergischen Familie. Im ehemaligen Baukomplex der Wirtemberger, dort, wo heute das Waiblinger Rathaus steht, wohnten Grafen-Söhne mit ihren Familien, verbrachten Gräfinnen ihren Lebensabend.

Bis zum Ende des Jahrhunderts setzte in Waiblingen eine rege Bautätigkeit ein, die außerhalb der Stadtmauer gelegene Michaelskirche wurde um- bzw. neu gebaut, der äußere Mauerring wurde gezogen, die Stadttore erhöht und mit Wappensteinen ausgestattet wie z.B. das 1491 entstandene Wappen von Graf Eberhard am Beinsteiner Torturm.


Haus der Stadtgeschichte

Haus der Stadtgeschichte Das "Haus der Stadtgeschichte" präsentiert die Waiblinger Stadtgeschichte von der Römerzeit bis heute, der Schwerpunkt liegt auf Wirtschafts- und Hausgeschichte. Leben und Arbeiten, Aufbruch und neue Wege stehen dabei im Fokus.Ein multimedial animiertes Stadtmodell ermöglicht unerwartete Einblicke in die Waiblinger Geschichte. Das fesselnde Wechselspiel aus Ton, Bildern und Bewegung garantiert ein spannendes Geschichtserlebnis.