Junge Stadt in alten Mauern
Banner Ortseingangsbanner

Ortseingangsbanner mal anders!

Kunst wieder sichtbar machen!

Ein Projekt der Galerie Stihl Waiblingen mit der Künstlergruppe Art-U-Zehn

An den Waiblinger Ortseingängen weisen über das ganze Jahr großformatige Banner der Galerie Stihl Waiblingen auf die aktuellen Ausstellungen des Hauses hin. Ein Besuch der Galerie war aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie über einen längeren Zeitraum nicht möglich. Um Kunst trotz geschlossener Türen erlebbar zu machen und zugleich der lokalen Kunstszene einen Ausstellungsraum zu schaffen, war die Galerie Stihl Waiblingen gemeinsam mit der Künstlergemeinschaft Art-U-Zehn aus dem Rems-Murr-Kreis erfinderisch und hat ein besonderes Projekt in Angriff genommen.

Unter den Leitsprüchen „Herzlichen Willkommen in Waiblingen“, „Waiblingen hält zusammen“ und „Kraftfeld der Kunst und Kultur“ gestalteten die Kunstschaffenden von Art-U-Zehn unterschiedliche Ortseingangsbanner. Galerie-Banner vergangener Ausstellungen dienten dabei als Leinwand, die jeweils von zwei Mitgliedern der Künstlergruppe bearbeitet worden waren. Die Künstlerinnen und Künstler konnten sich in ihrer Kreativität frei entfalten und sind ganz intuitiv an die Bannergestaltung herangegangen. So entstanden die Motive teils als "work in progress", indem die Kunstschaffenden ihre Arbeit immer wieder aufs Neue beobachteten und darauf reagiert haben, sodass sechs ganz individuell gestaltete Banner an den Ortseingängen zu bestaunen waren.




Am Waiblinger Freibad erwartet die Betrachtenden ein Banner, das sich den Leitspruch „Waiblingen hält zusammen“ zu eigen gemacht hat. So finden sich neben Assoziationen zu Michelangelos „Die Hand Gottes“  auch konkret erkennbare bauliche Waiblinger Wahrzeichen wie z. B. den Beinsteiner Torturm oder die Galerie Stihl Waiblingen, die wie ein kostbarer Schatz mit Fingerspitzen gehalten wird. Das Banner wurde von Manfred Bodenhöfer und Erich Jergler gestaltet.
In Richtung Hallenbad werden Besucherinnen und Besucher sowie Einwohnerinnen und Einwohner mit einem Banner begrüßt, das die Waiblinger Remskiesel als Motiv aufnimmt und somit eine Hommage an die Galerie Stihl Waiblingen, die Kunstschule Unteres Remstal sowie die Eva Mayr-Stihl Stiftung bildet, deren Baukörper bekanntlich an überdimensionale Kiesel erinnern. Margarete Laible und Elke Jergler fingen ganz frei mit dem Untergrund des Banners an. Damit Teile des ursprünglichen Ausstellungsbanners erhalten bleiben, klebten die Künstlerinnen einige Stellen mit Folie ab und beschränkten sich auf den Einsatz der Farben Schwarz, Weiß, Grau und Orange. Mit der Farbe Kieselgrau wurde schließlich der Schriftzug "WN" herausgeschält, der passend zu den Kieseln auch an einen Flusslauf erinnert.



Das Banner in Richtung Waiblinger Berufsschulzentrum greift den Frühling thematisch auf und verweist am Beispiel einer Tulpe zugleich auf den Lebenszyklus: von frischem Grün über die aufstrebende, lebensbejahende Blüte bis hin zur Vergänglichkeit. Ursel Rieger und Anke Kratz begannen mit der Darstellung der Tulpe und stellten fest, dass sie ein Alleinstellungsmerkmal verdient und keine weiteren Blüten neben sich benötigt. Durch die Platzierung der Blüte erfährt der Titel der früheren Ausstellung "Liebe, Traum und Tod" eine weitere Bedeutung. Die Landschaftsdarstellung und der Titel des ursprünglichen Banners werden in die Gestaltung miteinbezogen.
Nach der Korber Höhe widmet sich das Ortseingangsbanner mit einer abstrahierten, an eine blühende Frühlingswiese erinnernden Darstellung dem Erwachen der Vegetation. Besucher*innen und Einwohnerinnen und Einwohner Waiblingens werden mit einer positiven, leichten und hoffnungsvollen Stimmung willkommen geheißen. Die Arbeit stammt von Gabi Negele und Anette King-Boeck. Beide arbeiteten gleichzeitig, auf die andere reagierend. Der vorhandene Untergrund des Banners scheint durch und wurde in die Gestaltung mit aufgenommen. Die Künstlerinnen entschieden sich bewusst dazu, keinen Text auf das Banner zu setzen, um eine freie Betrachtungsweise zu ermöglichen.



Im Hintergrund des in orangeroten Tönen leuchtenden Banners, das die von Fellbach nach Waiblingen kommenden Autofahrer*innen begrüßt, sind die hohen Kletterstangen des neuen Spielplatzes am Talauesee zu erkennen. Davor spielen Kinder gelöst und unbekümmert mit Seifenblasen und laden dazu ein neugierig zu bleiben und den eigenen Träumen zu folgen. Die Figuren wurden von Ursula und Michael Schäfer bewusst abstrakt gehalten um eine Fernwirkung zu erzielen.
Das Banner an der Tal-/Badstraße in Waiblingen weist auf Waiblingen als „Kraftfeld der Kunst und Kultur“ hin. Die kalligraphische Schrift links und die geheimnisvolle geflügelte Figur auf der rechten Bildhälfte sind durch ihre schwungvolle Energie miteinander verbunden. Diese Kraft und das bejahende Gefühl sollen auch auf die Betrachtenden übergehen. Das Banner wurde von Andrea Steinmeyer und Bettina Wyderka gestaltet.

Künstlergruppe Art-U-Zehn

Die freie Künstlergemeinschaft aus dem Rems-Murr-Kreis hat sich 2006 aus der Kunstschule Unteres Remstal in Waiblingen formiert. Die 18 Mitglieder eint ihre Leidenschaft zur Kunst und zum Austausch darüber. Gemeinsam entwickeln sie Projekte, veranstalten Workshops und inspirieren sich gegenseitig zu ihrem kreativen Schaffen. Dabei haben alle Mitglieder unterschiedliche Arbeitsweisen, verwenden verschiedenstn Materialien und zeichnen sich durch ihren individuellen Stil aus. Der außergewöhnliche Name der Gemeinschaft geht auf eine historische Scheune Im Unterdorf Zehn in Waiblingen-Neustadt zurück, die der Gruppe häufig als gemeinsames Atelier dient

Und sie sind dabei:
Margarete Laible, Ursel Rieger, Christa Rilling, Susanne Thumm, Elke Jergler, Erich Jergler, Ortrud Zawadzki, Bettina Wyderka, Michael Schäfer, Ursula Schäfer, Manfred Bodenhöfer, Heike Petelka, Jutta Schmidt, Anette King-Boeck, Gabriele Negele, Roswita Ott, Anke Kratz, Andrea Steinmeyer

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