Junge Stadt in alten Mauern
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Invasive Arten

Allergie auslösende Beifuß-Ambrosie in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch

Alberternst_Nawrath_AmbrosiainVogelfutter

Bestände an Straßen bereiten erhebliche Probleme

Die Ausbreitung der aus Nordamerika stammenden Beifuß-Ambrosie hat in den letzten Jahren in Baden-Württemberg trotz der Maßnahmen zu ihrer Eindämmung zugenommen. Die Pflanze stellt wegen ihres hohen Allergengehalts der Pollen eine erhebliche Gesundheitsgefahr dar und kann bei sensibilisierten Personen Bindehautentzündung, Heuschnupfen oder gar Asthma auslösen. Aufgrund der milden Herbstwitterung flogen die Pollen der spätblühenden Beifuß-Ambrosie in diesem Jahr bis Anfang November. Die Leidenszeit der Pollenallergiker wird erst durch den Frost beendet.

„Wir müssen durch zielführende Eindämmungsmaßnahmen verhindern, dass sich die Beifuß-Ambrosie in Baden-Württemberg weiter ausbreitet und etabliert. Die Gefahr für Allergien wird in der Bevölkerung sonst erheblich zunehmen“, betont Umweltminister Franz Untersteller.

Im Rahmen der medienübergreifenden Umweltbeobachtung stellt die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg eine kontinuierliche Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie innerhalb der letzten fünfzehn Jahre fest. Mitverantwortlich ist nach Deutschland eingeführtes Wildvogelfutter, das mit Ambrosia-Samen verunreinigt ist, und die durch den Klimawandel bedingte mildere Herbstzeit in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten. Dadurch können die Samen der frostempfindlichen Beifuß-Ambrosie ausreifen und sich weiter ausbreiten. Darüber hinaus spielen auch geänderte Bewirtschaftungsmaßnahmen in der Landwirtschaft eine Rolle sowie die Zunahme von Brachflächen, die unsachgemäße Kompostierung des Mähgutes von Straßen und aus Grünanlagen sowie die Verteilung von samenhaltigem Erdaushub über Erdbörsen.

„Seit dem Jahr 2006 erfasst die LUBW mithilfe einer Meldestelle den Bestand der Beifuß-Ambrosie und untersucht ihre Biologie“, erklärt die Präsidentin der LUBW, Margareta Barth. „Aufgrund dieses Wissens konnten wir die Pflanze an vielen Stellen zurückdrängen. Nach wie vor unterstützt uns dabei jede Meldung, die uns von Bürgerinnen und Bürgern über die Meldeplattform auf unserer Internetseite erreicht. Mithilfe unserer neuen Umwelt-App können nun auch Bestände direkt von unterwegs gemeldet werden.“

Zur Zeit bereiten die Ambrosia-Pflanzenbestände an Straßen die größten Probleme, da sie an den Straßenrändern schwer zu bekämpfen sind. Bundesweit werden deshalb verschiedene Bekämpfungsmethoden erprobt.

Informationen zum Thema Ambrosia finden Sie auf der LUBW-Internetseite unter

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