Junge Stadt in alten Mauern

Gewässerschutz

Fernwärme aus der Kläranlage

Mit der größten Kläranlage in Waiblingen ist eine Besonderheit verbunden: Eine moderne Absorptions-Wärmepumpe gewinnt seit 1983 aus dem Abwasser der Kläranlage Heizwärme. Damit werden zahlreiche öffentliche Gebäude beheizt, vom Hallenbad, über das Rathaus, das Marktdreieck, das Bürgerzentrum, die Polizei-Direktion, das Landratsamt, die Marktgasse bis zum Kreiskrankenhaus und künftig auch das Dialyse-Zentrum "Stauferpark".

Kläranlagen in Waiblingen

Am Waldmühleweg 100 ist 1951 die Waiblinger Kläranlage gebaut und 1984 sowie 1990 erweitert worden. Diese große Anlage an der Rems hat einen mechanischen und einen biologischen Reinigungsteil sowie eine Anlage zur Schlammbehandlung. Pro Jahr werden etwa drei Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Dabei fallen pro Jahr etwa 3000 Tonnen Schlamm an.

Im Heizkraftwerk in der Kläranlage wird seit 20 Jahren das geklärte Abwasser zur Wärme-Erzeugung genutzt. Dies geschah zunächst über den Einsatz einer großen Absorptionswärmepumpe. Derzeit wird die Anlage umgebaut und eine elektrisch betriebene Kompressions-Wärmepumpe installiert. Den Strom dazu wird ebenfalls umweltfreundlich durch ein Block-Heizkraftwerk erzeugt, das mit dem in der Anlage erzeugten Faulgas betrieben wird. - Nicht umsonst hat ein Bürgermeister aus der Nachbarschaft Waiblingen als die Umwelt-Hauptstadt des Landkreises bezeichnet.

Kläranlage "Esple", Hegnach

Die 1982 fertiggestellte Kläranlage ist ein Musterbeispiel einer gelungenen Einbindung in das untere Remstal. Die Gebäudekörper wurden in den Hang eingebettet und eine gezielte Bepflanzung gibt der Abwasser-Reinigungs-Anlage einen gartenähnlichen Charakter.

50 Kilometer lange Kanäle transportieren Schmutz- und Regenwasser aus den Ortschaften Hegnach, Hohenacker und Neustadt zum Hauptsammler im unteren Remstal. Zunächst wird im mechanischen Teil vorgereinigt, dann im biologischen Teil endgereinigt.

Ein Kleinod...

...sind die sich anschließenden "Schönungs-Teiche". Das gereinigte Abwasser fördert dort einen intensiven Fischbestand.

Kläranlage Kernstadt, Waldmühleweg 100, Tel 5001-338 Klär-Anlage Hegnach, "Esple", Tel 15629

Phosphat-Eliminierung

Auch ein weiteres Pilotprojekt wirkt in der Kläranlage Waiblingen zugunsten einer besseren Umwelt: Mit finanzieller Unterstützung des Bundes und des Landes ist in der Waiblinger Kläranlage eine Versuchsanlage für die biologische Phosphat-Eliminierung zum weiterreichenden Schutz der Gewässer gebaut worden.

Die Anlage ist am 20. Juni 1990 in Betrieb genommen worden.

Es handelt sich um ein Projekt mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Stuttgart. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktor-Sicherheit sowie das Land Baden-Württemberg haben das Projekt der Stadt Waiblingen gefördert.

Die Anlage liefert wertvolle Messdaten. 

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