Junge Stadt in alten Mauern
Titelfoto Automatisiertes Fahren in Waiblingen

Online-Befragung zum automatisierten Fahren

Bei der Online-Befragung haben insgesamt rund 150 Personen teilgenommen. Bei ca. 80% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer handelt es sich um Einwohner der Stadt. Bei 12% befindet sich (stattdessen oder zusätzlich) die Arbeits- oder Ausbildungsstätte bzw. das eigene Unternehmen im Gewerbegebiet Ameisenbühl.

Zur besseren Einordnung von Antworten wurde mit Bezug auf zwei Fotos von autonomen Shuttlebussen die Frage gestellt, ob die Befragten solche Fahrzeuge schon einmal gesehen haben. Etwa zwei Drittel kannte autonome Kleinbusse aus Medien (Zeitung, Fernsehen, Internet etc.). 15% hatten solche Busse bereits auf der Straße oder einem Testgelände gesehen, ca. 10% waren bereits damit gefahren. Bisher nicht bekannt waren die Fahrzeuge etwa 21% der Befragten.

Tab. 1 zeigt die Antworten auf die Frage, welche Assoziationen mit autonomen Bussen am ehesten verbunden werden. Am häufigsten wurden die Ausdrücke „Technologischer Fortschritt“ und „Mobilität der Zukunft“ ausgewählt. Die beiden Ausdrücke „Skepsis“ und „Angst“ wurden von je 16% und 5% angegeben, was insgesamt 26 verschiedenen Personen entspricht.

Neun der 22 Personen, die „Skepsis“ ausgewählt haben, hatten zuvor angegeben, autonome Busse weder aus dem Betrieb noch aus den Medien zu kennen. Gleichzeitig hat keine der Personen, die bereits autonome Busse auf einer Strecke gesehen haben oder damit gefahren sind, bei dieser Frage „Skepsis“ oder „Angst“ ausgewählt. Die Ableitung inhaltlicher Kausalzusammenhänge ist aufgrund der geringen Fallzahl nur bedingt möglich. Jedoch lässt sich hier ein Hinweis darauf interpretieren, dass bestehende Skepsis gegenüber autonomen Buskonzepten abgebaut werden kann, sobald die Fahrzeuge in Aktion erlebt werden.

Tab 1 Assoziationen mit autonomen Bussen

Tab. 1: Antworten auf die Frage nach Assoziationen mit autonomen Bussen

Unter den möglichen Vorteilen durch autonomes Fahren im ÖPNV ist den Befragten mit einem leichten Vorsprung die Schließung von Lücken im ÖPNV (z. B. „letzte Meile“ am Bahnhof) am wichtigsten. „Positive betriebswirtschaftliche Effekte“ werden am wenigsten relevant gesehen (vgl. Abb. 1). Eine mögliche Schlussfolgerung wäre, in der weiteren Kommunikationsstrategie den direkten Bezug zwischen Kostenersparnis und den damit einhergehenden Möglichkeiten zur Angebotssteigerung deutlicher zu vermitteln.

Abb. 1 Vorteile autonomes Fahren

Abb. 1: Relevanz der Vorteile durch autonomes Fahren im ÖPNV

Bei der Bewertung der möglichen Herausforderungen durch autonomes Fahren im ÖPNV fällt zunächst auf, dass diesen grundsätzlich eine deutlich geringere Relevanz als den möglichen Vorteilen zugeschrieben wird (vgl. Abb. 2). Sowohl Vorteile als auch Herausforderungen wurden auf einer vierstufigen Skala von „sehr wichtig“ bis „überhaupt nicht wichtig“ bewertet. Während die Vorteile im Durchschnitt zu 39% als „sehr wichtig“ eingestuft wurden, gilt dies für die Herausforderungen nur zu durchschnittlich 18%. Erfassung von personenbezogenen Daten und der autonome Bus als Hindernis im Straßenverkehr werden als relevanteste Herausforderungen angesehen. Der Aspekt einer fehlenden Ansprechperson (Busfahrer/in) im Fahrzeug ist einem Großteil der Befragten zwar mindestens „etwas wichtig“ – unter den mindestens „eher wichtigen“ ist dieser Punkt jedoch der am wenigsten relevante.

Abb 2 Herausforderungen autonomes Fahren

Abb. 2: Relevanz der Herausforderungen beim autonomen Fahren im ÖPNV

Auf einer vierstufigen Skala stimmen ca. 72% voll zu, sich grundsätzlich vorstellen zu können, mit einem automatisierten oder autonomen Bus mit zu fahren. Einschließlich der „eher“ zustimmenden Befragten beträgt der positive Anteil 87% (vgl. Abb. 3).

Der Aussage, dass das Konzept des autonomen Fahrens im ÖPNV als zukunftsfähig und vorteilhaft angesehen wird, wurde insgesamt zu ca. 81% „voll“ oder „eher“ zugestimmt, wobei eine volle Zustimmung hier von lediglich ca. 47% angegeben wurde. Die Beantwortung anderer Fragen deutet darauf hin, dass die Vorteile autonomen Fahrens im ÖPNV bereits von einem Großteil der Teilnehmenden erkannt wurden. Möglicherweise liegt der Grund gegen eine volle Zustimmung hier bei Zweifeln an der Zukunftsfähigkeit bzw. der Umsetzbarkeit, die tatsächlich noch mit mehreren entscheidenden Fragestellungen einhergeht wie etwa den technisch und rechtlich möglichen Fahrgeschwindigkeiten. Denkbar ist auch, dass der Zukunftsfähigkeit autonomer ÖPNV-Konzepte zunehmend dann vollständig zugestimmt wird, sobald mehr autonome Buslinien im realen Umfeld wahrgenommen werden. Daher ist geplant, diese Frage im späteren Projektverlauf erneut aufzugreifen.

Abb 3 Grundsätzliche Einschätzung zum autonomen FahrenAbb. 3: Grundsätzliche Einschätzung zum autonomen Fahren im ÖPNV

Als wichtigste Bedingung für eine vermehrte Nutzung des ÖPNV werden konkurrenzfähige Fahrzeiten zum Auto angegeben, einschließlich Umwege, Umstiege und Wartezeiten. Auf einer vierstufigen Skala geben 74% der Befragten hierzu „eher wichtig“ oder „sehr wichtig“ an. Eines der langfristigen Projektziele der Ergänzung bestehender ÖV-Netze durch autonome und kürzere Linien mit direkteren Wegen könnte dazu beitragen, die Dauer von Wegeketten im ÖPNV nachhaltig zu senken.

Die für die Teilnehmer wichtigsten Faktoren bei der Nutzung speziell von automatisierten Buslinien sind Zuverlässigkeit, Sicherheit des Busses im Straßenverkehr und Sicherheit als Fahrgast im Bus (vgl. Abb. 4).

Abb 4 Faktoren bei der Nutzung autonomer BusseAbb. 4: Relevanz von Faktoren bei der Nutzungen automatisierter Busse

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